Auch wenn es angeblich Behauptungen geben soll, Boule sei nur etwas für alte Menschen, bringen dagegen unsere jungen und jüngsten Sportler und Sportlerinnen die Erfolge nach Hause!
Was sich schon seit Herbst 2025 andeutete, hat sich in den letzten Wochen bestätigt: Am 16.08.2026 holte sich Grace mit ihrem Team in der Altersklasse Cadets (12 -14 Jahre) den hessischen Meistertitel im Triplette (zwei Team zu je 3 Personen spielen gegeneinander). Beachtenswert ist nicht nur der Titel an sich, sondern auch die recht kurze gemeinsame Trainingszeit als Team.
Aber das Team hatte sich mehr vorgenommen: Die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft Pétanque Jugend in Neuhausen-Steinegg (Baden-Württemberg) am 12. und 13.09.26. Aufgrund ihrer vorherigen guten Leistungen wurden sie tatsächlich eines der beiden nominierten Teams, die Hessen in ihrer Altersklasse vertreten durften. Hinzu kam, dass unser mit Abstand jüngstes Mitglied Lily ebenfalls mit ihrem Team nominiert wurde, jedoch in der Altersklasse Minimes (bis 11 Jahre).
Und nun ging es erst richtig los! Unser Cadet-Team um Grace, startete am Samstag einen wahren Boule-Express: Sie gewannen als einziges der 15 Teams souverän alle 4 Wettkampfspiele am Samstag. Sogar das als Hessen1 gesetzte Team wurde ungefährdet besiegt. Was sich erst mal toll anhört und auch tatsächlich ein großer Erfolg ist, ist natürlich auch eine große Bürde für den Finaltag. Denn in den KO-Runden am Finaltag kann es durchaus sein, auch gegen ein Team zu spielen, das bereits in der Vorrunde besiegt wurde.
Aber die Siegesserie ging weiter und Grace befand sich dann später mit ihrem Team im Halbfinale. Und dann kam es so wie es kommen musste, es gab eine Neuauflage des Spiels Hessen1 gegen Hessen2. Diesmal klappte es leider nicht so gut wie in der Vorrunde, Revanche-Spiele sind bei so einem guten Favoritenfeld leider sehr schwer zu gewinnen. Aber die Bronzemedaille bzw. der 3. Platz in einer Deutschen Meisterschaft sind einfach nur super zumal in der Vorrunde auch der spätere Deutsche Meister aus NRW sogar deutlich besiegt wurde!
Und was passierte mit unserer Lily, die gerade erst vor ein paar Wochen ihren 6. Geburtstag feierte und damit die jüngste Teilnehmende in dieser Deutschen Meisterschaft war? Sie schaffte mit ihrem Team in der Vorrunde einen Platz im Mittelfeld, der aber leider ganz knapp nicht für das A-Turnier ausreichte. Im B-Turnier konnte Sie dagegen dann aber den 3. Platz erreichen. Das ist damit der dritte große Erfolg unserer Boule-Jugend in diesem Jahr.
Und wie werden solche Erfolge der Jugend im Boule überhaupt erst möglich? Nicht Siege sind die eigentlichen Erfolge, sondern der gewonnene Spaß und die große Freude am Boule. Ohne die geht es einfach nicht. Da es eigentlich keinen Menschen geben sollte, der nicht daran Spaß hätte, ist das schon mal gesichert. Natürlich gehören gemeinsame und eigene Trainings sowie die für eine 12-jährige Jugendliche besonders anspruchsvollen Wettkämpfe z.B. in der Pétanque-Liga ebenso dazu. Der Leistungssport beim Boule verhält sich hier wie bei anderen Sportart eben auch. Aber es gibt noch mehr: Ohne die echte Unterstützung der Eltern ginge es gar nicht. Das sind nicht nur die vielen Fahrten zu Trainings und Wettkämpfen sondern eben auch die mentale Hilfestellung wenn es einfach mal nicht so gut klappen sollte. Und zu guter Letzt spielt auch das Miteinander im Verein ein Rolle. Wie anfangs erwähnt, spielen natürlich auch ältere Menschen Boule. Und genau die müssen im Verein über ihren eigenen Schatten springen und Rücksicht auf die jüngsten Spielenden nehmen. Das ist nicht immer leicht, wenn ein Altersunterschied von durchaus mal 70 Jahren und mehr, vorhanden ist. Und der erwachsene Ehrgeiz beim gemeinsamen Spiel muss anfangs auch häufiger gezügelt werden, auch wenn unsere Jungen ganz schnell besser spielen als so manche älteren Spielenden. Aber durch dieses Miteinander können wir alle gemeinsam Stolz auf die Erfolge unserer Jüngsten sein.


